Was ist Social Media Sucht und wann bin ich süchtig danach?

Social Media betrifft weltweit Milliarden von Menschen. Alleine auf Facebook sind 2 Milliarden Benutzer angemeldet. Wenn du mal ehrlich bist kennst du vermutlich nicht viele Leute die nicht in irgendeinem Netzwerk aktiv sind. Egal ob Facebook, Twitter, Snapchat, WhatsApp oder andere – Social Media betrifft uns alle und immer mehr sickert durch dass es vielleicht gar nicht so gut ist für unser Wohlbefinden. Seien wir ehrlich: es schadet uns! Trotz all der Vorteile die es bietet. Früher musste man seinen Freunden hinterher telefonieren, heute errichtet man eine WhatsApp Gruppe und tauscht sich über alles aus. Wer schreibt heute noch einen Brief an einen Verwandten der tausend Kilometer entfernt wohnt? Dafür gibt es Facebook. Und schließlich bleibt man in Kontakt mit Menschen die man sonst gar nicht mehr sehen würde. Ist doch alles gut, oder?

Bei all den Vorteilen muss man eines festhalten: Social Media revolutioniert unser Sozialverhalten. Nicht nur wie wir miteinander kommunizieren, sondern auch was wir dabei empfinden. Kurz gesagt geht es darum wie wir uns dabei fühlen. Also beispielsweise wie man sich fühlt wenn man sich mit einem Freund auf einen Kaffee trifft und sich unterhält vs. wenn man mit ihm nur über WhatsApp schreibt. Wenn man jemandem etwas persönlich erzählt dem er zustimmt vs. einem Facebook Post der geliked wird.

Und hier wird der Unterschied schnell offensichtlich: Social Media schüttet in uns ein Hormon namens Dopamin aus, das bei persönlichen sozialen Kontakten (eine Umarmung statt einem Like, ein persönliches Gespräch statt einem Chat, usw) nicht ausgeschüttet wird. Dopamin ist erst einmal nichts Schlechtes, es ist sozusagen unser Belohnungshormon das unser Verhalten steuert. Es belohnt uns also für scheinbar positive Dinge, für etwas das wir als Spezies Mensch machen sollen. Dazu gehört auch Sex und Essen. Beides ist wichtig um als Spezies fortbestehen zu können. Dopamin wird aber auch mithilfe von Substanzen wie Zucker, Koffein, Kokain, Alkohol, etc. oder Verhalten wie Glücksspiel ausgeschüttet. Das hört sich jetzt schon nicht mehr so prickelnd an, oder?

Und das ist es auch nicht. Mit der regelmäßigen Nutzung von Social Media schütten wir über den Tag verteilt eine Menge Dopamin aus. Und wie so häufig im Leben: Die Dosis machts. Ein bisschen Dopamin schadet nicht und ist auch erforderlich damit wir frühs überhaupt aus dem Bett kommen. Aber zu viel davon macht uns abhängig. Es fühlt sich nämlich verdammt gut an. Lies dir oben die Substanzen nochmal durch. Da gibt es nichts das kein Vergnügen bereitet oder? Kaffee hält dich wach, Zucker puscht dich, Kokain sowieso und Alkohol macht dich locker. Super Sache. Aber auch hier ist die Dosis entscheidend. Zu viel Kaffee und du bist ständig kribbelig und kannst nicht schlafen. Zu viel Zucker und du wirst dick. Bei Kokain kann alles mögliche passieren und zu viel Alkohol, naja… Hattest du sicher auch schon.

Social Media ist hier keine Ausnahme und macht bereits in relativ geringen Dosen süchtig.